freistil

Der große Sadist mit allen Schi­ka­nen (von Hans Arp)

Vor sei­nem rie­si­gen Fens­ter, hoch wie ein Kathe­dra­len­fens­ter, bebt der große Sadist mit allen Schi­ka­nen wie ein elek­tri­scher Darm, der gefüllt ist mit Nichts­gummi. Der große Sadist mit allen Schi­ka­nen ist split­ter­nackt und mit Phospor bestri­chen, was ihn deko­ra­tiv und schau­er­lich macht. Sowohl seine Augen als auch sein lan­ges Frau­en­haar sind weiß wie gestrie­gelte Luft. Sein Ant­litz ist stolz und erbar­mungs­los wie bei allen ech­ten, sti­li­sier­ten, paten­tier­ten gro­ßen Sadis­ten, die Anspruch auf eine Staats­rente haben. Der große Sadist mit allen Schi­ka­nen ver­schmähte es, seine par­fü­mierte Zeit im ver­bli­che­nen Gras zu ver­zeh­ren, die rosa­wei­ßen Hand­schuhe derer zu tra­gen, die ihr Löse­geld in einer Sänfte aus ver­dor­be­nem Licht trans­por­tie­ren. Er bebt wie ein elek­tri­scher Darm, der gefüllt ist mit Nichts­gummi, wie ich sagte, und ich sage es noch­mals und werde es so oft, wie es nötig ist, sagen. Er ist begie­rig, mit sei­ner Beschäf­ti­gung fort­zu­fah­ren, die ernst oder otto ist – oder wie Sie es nen­nen wol­len. Schon tref­fen seine Domes­ti­ken mit Kro­ko­di­len, Groß­müt­tern, Dan­dies, Flug­zeu­gen, Flie­gen etc. ein und stel­len das alles vor dem gro­ßen Fens­ter ab.

1942, aus: Das sur­rea­lis­ti­sche Gedicht, hg. von Heri­bert Becker, Edouard Jaguer und Petr Král, Frankfurt/Main 1985.
Hans Arp
Der große Sadist mit allen Schikanen
Vor sei­nem rie­si­gen Fens­ter, hoch wie ein Kathe­dra­len­fens­ter, bebt der große Sadist mit allen Schi­ka­nen wie ein elek­tri­scher Darm, der gefüllt ist mit Nichts­gummi. Der große Sadist mit allen Schi­ka­nen ist split­ter­nackt und mit Phospor bestri­chen, was ihn deko­ra­tiv und schau­er­lich macht. Sowohl seine Augen als auch sein lan­ges Frau­en­haar sind weiß wie gestrie­gelte Luft. Sein Ant­litz ist stolz und erbar­mungs­los wie bei allen ech­ten, sti­li­sier­ten, paten­tier­ten gro­ßen Sadis­ten, die Anspruch auf eine Staats­rente haben. Der große Sadist mit allen Schi­ka­nen ver­schmähte es, seine par­fü­mierte Zeit im ver­bli­che­nen Gras zu ver­zeh­ren, die rosa­wei­ßen Hand­schuhe derer zu tra­gen, die ihr Löse­geld in einer Sänfte aus ver­dor­be­nem Licht trans­por­tie­ren. Er bebt wie ein elek­tri­scher Darm, der gefüllt ist mit Nichts­gummi, wie ich sagte, und ich sage es noch­mals und werde es so oft, wie es nötig ist, sagen. Er ist begie­rig, mit sei­ner Beschäf­ti­gung fort­zu­fah­ren, die ernst oder otto ist – oder wie Sie es nen­nen wol­len. Schon tref­fen seine Domes­ti­ken mit Kro­ko­di­len, Groß­müt­tern, Dan­dies, Flug­zeu­gen, Flie­gen etc. ein und stel­len das alles vor dem gro­ßen Fens­ter ab.
1942, aus: Das sur­rea­lis­ti­sche Gedicht, hg. von Heri­bert Becker, Edouard Jaguer und Petr Král, Frankfurt/Main